Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Grund-, Stadtteilschule und das Gymnasium regelt die Leistungsbewertung in Hamburg über etwas, das andere Länder so nicht kennen: Noten beziehen sich auf Anforderungsebenen, das grundlegende Niveau G und das erhöhte Niveau E.
Ein Notenschlüssel mit Prozentwerten kommt darin nicht vor — und zwar nicht aus Zurückhaltung, sondern weil er die eigentliche Information nicht transportieren könnte.
Warum dieselbe Drei zweierlei bedeutet
Eine Drei auf dem grundlegenden Niveau und eine Drei auf dem erhöhten Niveau stehen für unterschiedliche Leistungen. Die Note allein ist unvollständig; erst zusammen mit der Ebene ergibt sie eine Aussage.
Das hat eine Folge, die beim Umrechnen regelmäßig übersehen wird. Wer Hamburger Noten mit denen aus einem anderen Land vergleicht — bei einem Umzug etwa oder bei einer Bewerbung — vergleicht zwei Skalen, von denen nur eine ihre Bezugsgröße mitführt.
Ein Prozentschlüssel kann diesen Unterschied nicht abbilden. 70 Prozent sind 70 Prozent, unabhängig davon, wie anspruchsvoll die Aufgaben waren. Genau deshalb liegt die Bewertung dort, wo die Aufgabenstellung gemacht wird.
Was der Bildungsplan festlegt
Nicht den Maßstab, sondern das Gewicht. Für Mathematik nennt Teil C des Bildungsplans einen Anteil von 50 Prozent für die schriftlichen Leistungen.
<<QUELLE PRÜFEN: Bezugsgröße der 50 Prozent im Bildungsplan Mathematik genau fassen und prüfen, für welche Jahrgangsstufen sie gilt>>
Das ist dasselbe Muster wie in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: Geregelt wird, wie schwer eine Leistungsart wiegt, nicht, ab wann sie ausreicht.
Stadtteilschule statt Realschule
Hamburg führt zwei weiterführende Schularten: die Stadtteilschule und das Gymnasium. Eine Realschule gibt es nicht mehr.
<<QUELLE PRÜFEN: Jahr der Umstellung auf die Stadtteilschule am Hamburgischen Schulgesetz belegen>>
Die Stadtteilschule führt zu allen Abschlüssen einschließlich des Abiturs, das dort nach dreizehn statt nach zwölf Jahren erreicht wird. Für die Bewertung folgt daraus nichts Eigenes — die Anforderungsebenen gelten schulartübergreifend.